Die Vulkane Costa Ricas

Die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika - also Mittelamerika - ist durch Kontinentaldrift, Erdbeben und Vulkanismus entstanden und insgesamt erdgeschichtlich noch eher jung. Daher ist hier auch noch alles im vollem Gange. In Costa Rica findet man auch noch einige aktive Vulkane, die bei der geologischen Entwicklung mitspielen. Als Tourist sind die Vulkane unterschiedlich zugänglich. Auf einige kann man quasi bis zum Kraterrand mit dem Auto fahren, andere sind aus Sicherheitsgründen gar nicht zugänglich. Wir sind auf den nahe Cartago gelegenen Irazú gefahren. Er ist mit 3.432 Metern der höchste Vulkan Costa Ricas. Mit dem Auto geht es bis nach ganz oben.

Kratersee

Von einem Parkplatz sind es rund 500 Meter, die man dann doch zu Fuß gehen muss, bis zum Aussichtspunkt in den Kratersee. Der Vulkan ist das letzte Mal 1994 ausgebrochen, aber immer noch aktiv, so dass jederzeit ein neuer Ausbruch erfolgen kann. Der Blick in den Krater ist beeindruckend, auch wenn hier keine Schwefelwolke hochsteigt, wie beim Ijen auf Java.


Zu Fuß oder auch mit dem Auto (obwohl ein Schild sagt, man kann oben nicht parken) kann man noch auf die Spitze des Vulkans gehen/fahren. Von hier aus kann man bei gutem Wetter sowohl den Atlantik als auch den Pazifik sehen. Wir hatten leider Pech und haben beide nicht gesehen. Aufgrund der Höhe und der offenen Lage, ist es auf dem Irazú auch ziemlich kühl und es weht - für Costa Rica auf alle Fälle - ein eisiger Wind. Die Fahrt über eine gut ausgebaute, allerdings ziemlich kurvige Strecke lohnt sich aber. Der Eintritt kostet 15 USD pro Person - irgendwie muss die Straße ja finanziert werden.


Vorbei an San José und Heredia kann man dann Richtung Norden den Poas besuchen. Auch hier führt eine Straße hoch. Den Vulkan kann man laut unseren Informationen aber nur in geführten Gruppen besuchen. Auch hier gibt es einen Kratersee zu sehen. Wir haben es bei dem Blick auf den Wolken verhangenen Vulkan von unten belassen. Allerdings haben wir uns gleichzeitig die Laguna Hule - jetzt von oben - angesehen, die durch vulkanische Aktivität entstanden ist. Wenn man die Laguna von der Routa 140 aus anfahren will, braucht man unbedingt ein Allradfahrzeug, die Straße geht hier ziemlich steil bergauf. Die Anfahrt über die Routa 126 ist deutlich angenehmer. Wir sind dann weiter nach La Fortuna gefahren, das am Fuße des Vulkans Arenal liegt.

Arenal hinter Wolken

Eigentlich waren alle davon überzeugt, dass der Arenal ein erloschener Vulkan sei. Bis er 1968 unvermittelt ausbrach und schwere Schäden anrichtete. Seitdem gilt der Arenal als einer der aktivsten Vulkane der Welt und es floss regelmäßig Lava an den Flanken Richtung Tal. Dies sah wohl vor allem nachts spektakulär aus. Seit 2010 ist der Arenal aber wieder etwas zur Ruhe gekommen und es fließt keine Lava mehr. Die Touristen sollen natürlich weiter nach La Fortuna kommen, das fast ausschließlich vom Tourismus lebt. Die Gegend hat sich daher zu einem Eldorado für Abenteuerlustige entwickelt. Es gibt Angebote für Rafting-, Canyoning-, Mountainbiking-, Horsebackriding- und Tubing-Touren. Das alles zu gepfefferten Preisen, da hauptsächlich US-Amerikaner zu Besuch sind, die im Urlaub scheinbar jeden Preis zahlen. Der Vulkan bietet - mit seiner imposanten konischen Form - für die ganze Action meistens nur die Kulisse. Die Besteigung ist auf Grund zahlreicher, teilweise tödlicher Unfälle im Moment verboten.


Mit dem Vulkan in Verbindung stehen die heißen Quellen, die in der Nähe von La Fortuna besucht werden können. Wenn man nicht in der Hochsaison und nicht am Wochenende in der Gegend ist, können wir die Termalitas de Arenal empfehlen. Hier findet man neun Pools mit unterschiedlichen Temperaturen (bis zu 50°C) in schön gestalteter Landschaft. Wenn es voll ist, dann wird es mutmaßlich ganz schön eng, es gibt zahlreiche Picknick-Tische, die sicher auch für eine ordentliche Geräuschkulisse sorgen können. Dafür ist der Eintritt hier deutlich günstiger als in anderen Thermen (7 USD statt 40 USD). Wer die heißen Quellen also wie wir nur mal kurz ausprobieren will, ist hier richtig. Für eine längere Session sind die anderen Thermen sicherlich auch attraktiv.

Nach dem Besuch von La Fortuna und dem Arenal war unser Bedürfnis nach Vulkanen gestillt (auch wenn es noch einige andere zu sehen gäbe) und wir haben uns auf den Weg ans Meer gemacht - dieses Mal auf die Karibik-Seite, die wir ja vom Irazú aus noch nicht gesehen haben.

Tim
26.11.2018 - 27.12.2018
Costa Rica, Vulkan, Auto


2 Kommentare

Melanie 04.12.2018 um 15:19 Uhr
Vielen Dank euch Beiden! Froh wäre das falsche Wort, denn es macht viel Spaß, immer was Neues zu entdecken! Aber wir freuen uns tatsächlich auf die Kälte, da das feuchtheiße Klima auf Dauer schon anstrengend ist...

Patrick + Renate 04.12.2018 um 08:40 Uhr
Termalitas de Arenal war für uns ganz schön heiß, für Renate war es teilweise beschwerlich, dort in die Quellen reinzukommen. Alles schöne Fotos, die Aras, Tukane u. der Quetzal sind unsere Lieblingsvögel in Mittelamerika, super Berichte, vorallendingen die Kaffeeplantage, wir geniessen es sehr Eure Berichte zu lesen. Seit Ihr froh, oder mit Wehrmutstropfen bald in unsere kalte(?) Heimat zu kommen?

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